Zum Namen „der Bulle“:

zum einen wird vermutet, der Name wurde von den Schöneweidenern so benannt, weil der erste Fuhrunternehmer Bullen für den Transport einsetzte

weiterhin könnte das „bullige“ Aussehen der schweren AEG Lokomotiven L21/L22 zum Namen „de Bulle“ geführt haben (halte ich für wahrscheinlich Anm. des. Schreibers)


 

| 1890 |

Bau der Industriebahn durch die „Grundrentengesellschaft“. Die Trasse führte vom Güterbahnhof Niederschöneweide – Johannisthal über eine Spreebrücke auf der Höhe der Stubenrauchbrücke zur
Wilhelminenhofstraße mit einem Abzweig zur Tabbertstrasse.

| 1895 |

Anbindung an Verschiebebahnhof Rummelsburg

| 01/1901 |

erste Versuche einer elektrischen Anbindung über eine 6km lange Strecke

| 01/08/1901 |

Die „Ostbahn“ wird Eigentümer und Betrieber der Strecke

| 01/05/1920 |

Der Betreiber ist nun die Große Berliner Strassenbahn (später:Berliner Strassenbahn)

| 1925 |

2 vierachsige Elekrolokomotiven der AEG , Typ Ro5, L21 und L22 werden auf der Industriebahn in Betrieb gestellt. Das wuchtige Aussehen könnte die Schöneweider zum beliebten Namen „der Bulle“ inspiriert haben.

| 1920 – 1930 |

weiterer Aufwuchs der Anschlußbetriebe und der Transportleistung, im Jahre 1928 wurden 31.911 Wagenladungen auf 65.630 Achsen befördert

| 01/01/1929 |

Die Berliner Verkehrs- Aktiengesellschaft (BVG) nimmt Ihre Tätigkeit auf und übernimmt den Betrieb der Industriebahn Oberschöneweide mit 13km langem Gleis und 27 Anschlußbetrieben, 5 2achs Loks (L12-L16) und 2 4achs Loks (L21/22)

Das steigende Produktionsaufkommen führt zu stetig steigendem Transportaufkommen


| 01/08/1949 |

Die Industriebahn wird nach dem Krieg nun von der BVG Ost betrieben. Mit dem Wiederaufbau der Betriebe in und um Schöneweide steigt das Transportaufkommen erneut stetig an.

| 1957 |

Bereits 1957 war die Bahn rund 13 Kilometer lang und bediente 30 Werksanschlüsse

| 1969 |

im Zuge der Kombinatbildung in den Betrieben der DDR wird „VEB Autotrans“ neuer Eigentümer/Betreiber des „Bullen“

| 03/1979 |

Sperrung der Edisonstrasse für den Betrieb und gleichzeitige Inbetriebnahme der neuen Ausweichtrasse: vom Betriebshof über die Nalepastraße und die Kleingartenkolonie Wilhelmstrand zur Rummelsburger Straße und mündet dort in die alte Strecke

| Frühjahr/1979 |

2 Elektroloks vom Typ: LEW EL 4 werden vom Bahnpostamt des Berliner Ostbahnhofs übernommen und nehmen den Betrieb auf der Industriebahn auf (Loks L1 und L2), bis Mitte der 80er Jahre wurde die ursprünglcihe Farbgebeung behalten, dann erfolgte die bekannte Umlackierung in rot/weißen Farben im Reichsbahn Design

| 1985 |

Lok L21 wird schadhaft abgestellt (1989 verschrottet)

| 1986 |

neuer Betrieber wird: VEB Binnenhafen in Berlin, der Zustand der Trasse und der Fahrleitung verschlechterte sich ab Anfang der 80er Jahre zusehends, 1986 erfolgte eine umfangreiche Erneuerung der Trasse und der Fahrleitung

| 1988 |

Lok L22 wird nach Entgleisung in Rummelsburg abgestellt, die Loks L1 und L2 tragen nun die Hauptlast der Transportaufgaben


| 01.01.91 |

2 rumänische Loks Faur LEM 25 werden in Dienst gestellt. Infolge einer Bestellung aus DDR Zeiten wollte man wohl keine Konventionalstrafe zahlen. Von rum. Loks gewohnt waren diese sehr Störanfällig und pflegeaufwändig.Beide Lokomotiven werden am 10.09.1996 durch die BEHALA verschrottet.

| 23.10.1991 |

VEB Binnenhafen geht in der Nachwendezeit in die BEHALA auf.(Berliner Hafen- und Lagerhausgesellschaft mbH). Diese betriebt nun die Industriebahn. Bis 1995 nehen die vorhandenen Anschlußbetriebe in der Nachwendezet schwere wirtschaftliche Verluste hin. Dadurch sinkt die Transportleistung auf ein Minimum. Zu dieser Zeit reicht oft eine V23 mit 2 Gbs Güterwagen aus….bis zuletzt ein Unimog restliche Transporte übernimmt deshalb wird am

| 01.01.1995 | die Schließung beantragt und im | März 1997 | wird die Industriebahn geschlossen

ab | 1998 | erfolgte sehr schnell der Abbau der vorhandenen Trasse