1890 – 1933

Emil Rathenau  (der Gründer der AEG)hatte nach 1890 zur Erweiterung seiner Fabrikation ein Gelände in Oberspree erworben. Die Gebäude wurden hauptsächlich aus den charakteristischen gelben Klinkersteinen erbaut (sogenannter „Oberschöneweider Klinker“).

Am 3. Oktober 1897 wurde das KWO in Betrieb genommen und Die Leitung des Werkes übernahm Erich Rathenau, der jüngere Sohn von Emil Rathenau. Neben anderem wurden isolierte Leitungen, Starkstromkabel bis 10 Kilovolt (kV) und Mikaniterzeugnisse hergestellt.

1898 wurden das Kupferwalzwerk und die Drahtzieherei in Betrieb genommen,

1899 begann die Fernsprechkabelerzeugung.

1903 wurden erste biegsame Starkstromkabel mit Papierisolierung hergestellt. Mit der Anfertigung und Verlegung von 12-kV-Massekabeln für die Londener Ubahn  1904 konnte ein erster großer Auftrag im Ausland ausgeführt werden.

1908 wurden 30-kV-Kabel in Berliner Vororten verlegt.

1910/1911 Aufnahme der Entwicklung und Fertigung von Fernkabeln und Pupinspulen sowie der Einsatz von Flechtmaschinen.

Von 1911 bis 1914 wurden 300 Kilometer 16-kV-Kabel nach  Buenos Aires geliefert. Erste Fernverbindungen mit KWO-Technik wurden eingerichtet

1913 das Fabrikgelände wird um 62.000 m² erweitert und neue Produktionshallen errichtet.

Die AEG beteiligte sich 1920 an der Gründung der Deutschen Fernkabel-Gesellschaft. Im gleichen Jahr wurde die Sternviererverseilung und die Kordelpapierader eingeführt,

1923 die Produktion von Gummischlauchleitungen aufgenommen sowie ein 42 km langes Seekabel hergestellt.

1928 wurden erstmals Koaxialkabel als Antennenzuführungskabel für Rundfunksender produziert,

1929 wurde ein 100-kV-Massekabel für das Kraftwerk Zschornewitz geliefert. 1931 erhielt die AEG von der Firma Pirelli die Lizenz zur Fertigung von Ölkabeln, das erste deutsche Ölkabel ging 1932 im KWO in die Produktion.

1933 – 1945

In der Zeit des Nationalsozialismus gingen wieder mehr Aufträge ein: 1936 wurde ein KWO-Koaxialkabel für die Fernsehübertragung Berlin–Leipzig eingesetzt, 1938 erfolgte die Verlegung einer 150-kV-Trasse von Rotterdam nach Den Haag. Am Ende des Zweiten Weltkriegs wurden Teile des Werkes wie die Spreehalle am Spreeufer – ein markantes Bauwerk – total zerstört oder brannten aus.

1945 – 1989

Am 1. November 1946 wurde das Werk in eine sowjetische Aktiengesellschaft (SAG) überführt, womit die deutsche Werkleitung einem sowjetischen Generaldirektor unterstand.

Um überhaupt etwas zu produzieren und eine Versorgung mit allgemeinen Gebrauchsgütern in Gang zu bringen, wurden zunächst Wachskerzen, Bratpfannen, Kochtöpfe, eiserne Öfen, Feuerzeuge und andere Haushaltsgegenstände hergestellt. 1946 arbeiteten bereits wieder 3200 Personen im KWO.

Anfang der 1950er Jahre kamen Anschluss- und Verlängerungsschnüre, Schukoleitungen, Gummihämmer, Plättschnurhalter und „Stromfixe“ (Kabeltrommeln) in das Sortiment. Für die Sowjetunion wurden 32-paarige papierisolierte Trägerfrequenz-(TF-)Fernmeldekabel hergestellt.

Zwischen 1949 und 1952 wurden rund zwei Millionen Mark investiert. 1950 erfolgte die Lieferung 8-paariger TF-Fernmeldekabel an die Deutsche Post.

Das KWO wurde 1952 Volkseigener Betrieb (VEB) und hieß nun VEB Kabelwerk Oberspree (KWO). Es erfolgte wieder eine stärkere Ausrichtung auf die Kabelproduktion.

1954 wurden Polystyrol-isolierte TF-Kabel („Tubenkabel“) geliefert,

1955 kam Polyethylen (PE) als Außenmantelwerkstoff für Leitungen zum Einsatz.

1956 wurde der Betriebsteil Starkstromkabelfabrik für die 1-kV-Kunststoffkabelproduktion (im DDR-Sprachgebrauch: „Plastkabel“) auf PVC-Basis ausgerüstet und deren Fertigung aufgenommen.

Für die Entwicklung von Feldkabeln kam 1959 erstmals Polyethylen als Isolierwerkstoff in der DDR zum Einsatz.

Zwischen 1959 und 1964 wurde die Spreehalle erbaut und als Fernmeldekabelfabrik eingerichtet.

1963 erfolgte die Gründung der Wickeldrahtfabrik. Durch ständige Weiterentwicklungen der verschiedenen Spezialkabel kamen immer mehr internationale Handelsbeziehungen zustande.

1965 bestanden beispielsweise Exportbeziehungen mit 40 Ländern. Entsprechend den internationalen Festlegungen wurden zwischen 1966 und 1968 in alle Kabelprodukte des KWO die grün/gelbe Isolation für Schutzleiter eingeführt.

1970 Herstellung von Aluminiumdraht im VEB KWO,

Im Jahr 1967 erfolgte die Gründung des Kombinats VEB Kabelwerk Oberspree (KKWO). Das Großunternehmen KKWO gründete 1968 als neuen Kombinatsbetrieb das Kabelwerk bis 1972 war faktisch die gesamte Kabelproduktion in der DDR monopolisiert.

1974 die Inbetriebnahme der zentralen Plastaufbereitung (PVC-Aufbereitung)

1981/1982, Bau und Inbetriebnahme der „Elastaufbereitung“ (Gummifertigung) und die Einführung von AluminiumKupfer-Verbundleitern (Al/Cu) wegen des damaligen Kupfermangels.

1989 gehörten dem Kombinat 13 Betriebe mit ca. 16.000 Beschäftigten an. Das Kombinat deckte bis auf wenige Ausnahmen das gesamte Kabelsortiment ab und hatte 1989 eine Warenproduktion von rund drei Milliarden Mark. Erwähnenswert aus dieser Zeit sind besonders, die erste 10,5 Kilometer lange Lichtwellenleiterstrecke der DDR gemeinsam mit der Deutschen Post in Berlin, die Nil– und Suezkanalkreuzung mit Nondraining- bzw. Ölkabeln

1990 -Ende des Werkes

Im ersten Halbjahr 1990 zerfiel das Kombinat Nach der deutschen Wiedervereinigung im Jahr 1990 übernahm die Treuhandanstalt das Werk, die Kabelproduktion am Standort Oberschöneweide wurde schrittweise verringert, gleichzeitig wurden aber zwei neue Produktionsanlagen für Spezialkabel in Betrieb genommen.

Der restliche Betrieb wurde vergesellschaftet und als GmbH unter dem Namen KWO Kabelwerke Oberspree GmbH fortgeführt

Am 1. März 1992 übernahm die BICC Cables Ltd. die Managementverwaltung der Kabelwerke Oberspree, Köpenick, Schönow und Adlershof.

1.Februar 1993 erwarb die BICC Cables Ltd. die KWO Kabel GmbH und ließ Oberschöneweide

ab 1997 unter dem Namen BICC KWO Kabel GmbH) weiter Kabel und Drähte produzieren. In den späten 1990er Jahren trennte sich die BICC von der Kabel-Großproduktion. Die Fertigung am Standort Oberschöneweide wurde beendet.

Quellen: Wikipedia und eigene Recherche im Deutschen technik Museuum Berlin (AEG Bestand)